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    Fakultät für Mathematik und Informatik

    Kommunikationsnetze sicherer machen

    07.05.2013

    Einkäufe, Bankgeschäfte, Steuererklärungen: Immer mehr private Dinge werden übers Internet abgewickelt. Doch die Sicherheit der Daten kommt dabei oft zu kurz. Wie sich das ändern lässt, erforschen Informatiker der Uni Würzburg in einem neuen Projekt, für das sie eine halbe Million Euro bekommen.

    Das Logo des Projekts SASER.
    Das Logo des Projekts SASER.

    E-Mails schreiben, Fotos und Geschäftsdaten in der Cloud, E-Commerce, Online-Banking und Internet-Telefonie, soziale Netzwerke, Online-Steuererklärungen und elektronische Gesundheitsakten und vieles mehr: Das Internet ist zum Rückgrat der modernen Industriegesellschaft geworden. Der fehlerfreie, sichere und zuverlässige Zugang zum Netz gehört zu den Grundbedürfnissen der europäischen Bürger und ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.

    Sichere Dienste in unsicherem Medium

    „Die Sicherheit einzelner Anwendungen und Dienste im Internet ist in den vergangenen Jahren immer besser geworden“, sagt der Informatikprofessor und Internet-Experte Phuoc Tran-Gia von der Universität Würzburg.

    Mangelhaft sei allerdings das hierfür genutzte Kommunikationsmedium, nämlich das „Kern-Internet“ selbst – und zwar im Hinblick auf viele Eigenschaften, die von einem vertrauenswürdigen, sicheren und zuverlässigen Kommunikationsmedium erwartet werden: „Studien haben zum Beispiel gezeigt, dass die Weiterleitungsknoten im Internet anfällig für Angriffe sind und dass auf diese Weise Daten umgeleitet, mitgelesen oder manipuliert werden können“, so der Professor.

    Hier setzt das neu gestartete europäische Forschungsprojekt SASER an („Safe and Secure European Routing“). In ihm wird erforscht, wie sich Kommunikationsnetze in Zukunft sicherer und dabei kostengünstig und energieeffizient gestalten lassen. Die Europäische Union fördert das Projekt, an dem mehrere europäische Partner beteiligt sind, mit rund 70 Millionen Euro.

    Würzburg wirkt am Teilprojekt „SIEGFRIED“ mit

    Die Würzburger Informatiker um Phuoc Tran-Gia und Matthias Hartmann vom Lehrstuhl für Kommunikationsnetze arbeiten am Teilprojekt SIEGFRIED mit („Security In EnerGy-efficient, Flexible and ResilIEnt Data networks“). Es wird in Deutschland vom Bundesforschungsministerium gefördert und von Nokia Siemens Networks koordiniert.

    Ziel des Projekts: eine neue Netzwerkarchitektur zu entwerfen, die die Sicherheitsprobleme der heutigen Netze beseitigt. „Dabei sollen die Datenübertragungswege so geschaltet werden, dass möglichst wenige sicherheitskritische Weiterleitungsknoten nötig sind“, erklärt Matthias Hartmann. Zudem werde eine kosten- und energieeffiziente Datenübertragung angestrebt. Danach gilt es, die verbleibenden Sicherheitsprobleme zu analysieren und zu beseitigen. Außerdem wollen die Projektpartner eine integrierte Sicherheitslösung für die neu konzipierte Netzarchitektur entwerfen.

    Industrie und Forschung kooperieren

    An SIEGFRIED wirken Partner aus der Industrie (Nokia Siemens Networks, Deutsche Telekom, France Telecom und verschiedene Hersteller optischer Übertragungstechnologien) mit zwölf akademischen Institutionen aus Deutschland, Frankreich und Dänemark zusammen. „Durch diese Kooperation zwischen Industrie und Forschung birgt das Projekt ein hohes Innovationspotenzial, das sich an den Bedürfnissen der Praxis orientiert“, sagt Professor Tran-Gia.

    Das Würzburger Teilprojekt ist auf drei Jahre angelegt und wird vom Bundesforschungsministerium mit rund 500.000 Euro gefördert. In der Informatik arbeiten neben Professor Tran-Gia und Matthias Hartmann zwei weitere Wissenschaftler an dem Vorhaben mit. Auch Studierende sollen in dem praxisnahen Projekt Einblick in die aktuelle Forschung über Kommunikationsnetze bekommen: bei Praktika, Bachelor- und Masterarbeiten sowie durch die Mitarbeit als Hilfskräfte.

    Kontakt

    Prof. Dr. Phuoc Tran-Gia, Lehrstuhl für Informatik III (Kommunikationsnetze), Universität Würzburg, T (0931) 31-86630, trangia@informatik.uni-wuerzburg.de

     

     

    Quelle: einBLICK vom 7.Mai 2013

    Von Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Universität Würzburg