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    Fakultät für Mathematik und Informatik

    Zentrum für Adaptive Robotik startet

    17.11.2011

    Roboter sollen „intelligenter“ und anpassungsfähiger werden, damit sie den Menschen noch besser unterstützen können. Um dieses Ziel zu erreichen, wurde an der Universität Würzburg das interdisziplinäre Forschungszentrum für Adaptive Robotik gegründet.

    Roboterarm bei der Montage eines etwa 70 Kilogramm schweren Sitzes in ein Auto. Durch seine Hilfe werden die Arbeiter weder vom Gewicht des Sitzes noch von der komplizierten Einfädelprozedur belastet. Bild: Uni Würzburg/Informatik VII

    Ob in der industriellen Produktion, bei der Bestrahlung von Tumoren oder in der Raumfahrt – Roboter unterstützen Menschen auf vielen Gebieten. Entsprechende Anwendungen haben Wissenschaftler der Universität Würzburg in der Vorlaufphase des „Zentrum für adaptive Robotik“ seit 2009 in zahlreichen Projekten weiterentwickelt. Meist geschah das in Kooperation mit Industriepartnern, so dass die neuesten Erkenntnisse direkt für künftige Produkte nutzbar waren.

    Im Projekt „Fit4Work“ wurde Technik zur Unterstützung älterer Industriearbeiter an ihrem Arbeitsplatz entwickelt. Diese weisen große Erfahrung, aber nachlassende Reaktionszeiten und Fähigkeiten schwere Lasten zu tragen aus. Hier stellt die Robotertechnik eine „dritte“ Hand bereit, um die Arbeiter zu entlasten. Durch fortgeschrittene Sensortechnik werden hier trotz der Nähe bei der engen Zusammenarbeit zwischen Roboter und Mensch höchste Sicherheitsstandards garantiert. Derartige Aufgabenstellungen werden noch intensiv weiter zu entwickeln sein, um Arbeitsplätze der industriellen Produktion in Deutschland zu halten. In unserer alternden Gesellschaft steigt beispielsweise das Durchschnittsalter der Industriearbeiter von 41 Jahren in 2006 auf 48 Jahre in 2018 an. Diese Entwicklungsarbeiten wurden im Projekt „Fit4Age“ durchgeführt, an dem zwölf Forschungsinstitute und 32 Industriebetriebe beteiligt waren. Stellvertretender Leiter war der Würzburger Robotik-Professor Klaus Schilling, die Bayerische Forschungsstiftung förderte das Projekt.

    Der medizinischen Aufgaben des demographischen Wandels beschäftigt die Würzburger Roboterforscher auch im BMBF-Spitzencluster „Medical Valley“ (Gesamtprojektvolumen 80 Mio €). Hier gelang mit innovativen Sensordatenfernerfassungsmethoden den Würzburgern der Sprung in die deutsche Spitzenforschung und die Würzburger Uni ist hier an zwei Telemedizin-Projekten beteiligt. Die Idee dahinter: Patienten, die ständige Betreuung brauchen, sollen zu Hause ihr normales Leben weiterführen können, dennoch werden ihre Vitalfunktionen ständig an ein Medizinzentrum weitergeleitet und dort von Computern überprüft. Bei Veränderungen wird der Arzt sofort verständigt und er kann frühzeitig reagieren und im Notfall schnell eingreifen. Dieses System wird gerade für Menschen mit der chronischen Lungenkrankheit COPD und für Dialyse-Patienten realisiert. Bei den Telemedizin-Projekten kooperiert die Robotik unter Leitung des Zentrums für Telematik (Gerbrunn) mit den Firmen ERT (Höchberg), iWelt (Eibelstadt) und Fresenius Medical Care (Schweinfurt) sowie mit dem Universitätsklinikum Würzburg, dem Dialysezentrum Erlangen und der Missionsärztlichen Klinik GmbH (Würzburg).

    Solche und andere überzeugende Ergebnisse der Robotik haben die Leitung der Universität Würzburg dazu veranlasst, grünes Licht für die dauerhafte Etablierung eines Zentrums für Adaptive Robotik zu geben. Da sein Schwerpunkt in der Informatik liegt, ist es an der Fakultät für Mathematik und Informatik angesiedelt. Das Zentrum wird künftig Biologen, Neurologen, Psychologen und Mathematiker mit einbeziehen, um die Grundlagenforschung interdisziplinär weiterzubringen. Im Bereich der Anwendungen besteht intensive Zusammenarbeit mit Medizin, Raumfahrt, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften um ganzheitlich die verschiedenen Aspekte des Robotereinsatzes zu behandeln.


    Ziele des Zentrums für Adaptive Robotik

    Innovative Anwendungen für die Medizin, die industrielle Produktion und die Raumfahrt: Diese Ziele hat sich das Zentrum auf die Fahnen geschrieben. „Dazu müssen technische Systeme mit Ansätzen aus Sensorik, Regelungstechnik und Informatik kombiniert werden“, sagt Professor Schilling, der das Zentrum initiiert hat und bei der Gründungsversammlung einstimmig zum Vorsitzenden gewählt wurde. Als Stellvertreter wurde in Betonung der Anwendungsaspekte der Biologe Prof. Dr. Jürgen Tautz gewählt.

    Acht Fakultäten bei der Gründungsversammlung vertreten

    An der Gründungsversammlung des Zentrums für Adaptive Robotik nahmen am 15. November 2011 im Institut für Informatik 30 Wissenschaftler aus acht Fakultäten teil. Sie wollen künftig gemeinsam noch intensiver die verschiedenen Aspekte der Robotik bearbeiten. „Diese große Bereitschaft zur interdisziplinären wissenschaftlichen Arbeit berechtigt zur Hoffnung auf künftige spannende Robotik-Projekte aus Würzburg“, so Schilling.




    Kontakt

    Prof. Dr. Klaus Schilling, Lehrstuhl Informatik VII: Robotik und Telematik, Universität Würzburg,
    T (0931) 31-86647, schi@informatik.uni-wuerzburg.de

    Weitere Bilder

    Von Lehrstuhl für Informatik VII