piwik-script

Intern
    Fakultät für Mathematik und Informatik

    Tagung der Angewandten Mathematik

    20.09.2022

    160 Teilnehmer aus mehr als 20 Ländern sind für eine Tagung angemeldet, die sich mit Themen rund um den Mathematikunterricht befasst. Organisiert wird die Veranstaltung vom Lehrstuhl für Didaktik der Mathematik der Uni Würzburg.

    Die Konferenz findet zwar online statt. Trotzdem gehören eine virtuelle Stadtführung inklusive Weinprobe zum Programm.
    Die Konferenz findet zwar online statt. Trotzdem gehören eine virtuelle Stadtführung inklusive Weinprobe zum Programm. (Bild: Lehrstuhl Didaktik der Mathematik)

    The International Community of Teachers of Mathematical Modelling and Applications – kurz ICTMA – hält seit 1983 regelmäßig alle zwei Jahre Tagungen ab. Im Mittelpunkt dieser Treffen stehen aktuelle Aspekte des Anwendungs- und Modellierungsunterrichts in allen Bereichen und auf allen Ebenen des Mathematikunterrichts – von der Grundschule über weiterführende Schulen bis zu Hochschulen und Universitäten.

    In diesem Jahr findet das Treffen vom 24. bis 27. September statt, in einer rein digitalen Form. Um die Organisation kümmert sich das Team des Lehrstuhls für Didaktik der Mathematik der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU). Erfahrungen mit einem solchen Treffen sind dort vorhanden: „Wir haben bereits 2020 die Jahrestagung der Gesellschaft für Didaktik der Mathematik organisiert, die ursprünglich in Präsenz geplant war, dann aber wegen der Coronapandemie in kürzester Zeit in eine Onlinekonferenz umgewandelt werden musste“, sagt Lehrstuhlinhaber Professor Hans-Stefan Siller.

    Expertise mit Onlinekonferenzen

    Damals haben er und sein Team eine der ersten Onlinekonferenzen in der Coronapandemie veranstaltet – ein bis dahin weitestgehend unbekanntes Tagungsformat. Dafür haben sie passende Nutzerwerkzeuge mit großer inhaltlicher und technischer Expertise entwickelt.

    „Dass die ICTMA20 online stattfinden muss, ist natürlich schade“, bedauert Siller. Letztlich habe es jedoch keine andere Möglichkeit für die Umsetzung solch einer internationalen Konferenz gegeben. Grund dafür seien internationale Reisebeschränkungen und gestiegene Infektionszahlen nach vergleichbaren Tagungen in den vergangenen Wochen und Monaten. Trotzdem freue sich das Team sehr auf die Konferenz und seine internationalen Gäste.

    Auszeichnungen und Online Social Events

    Eine Keynote, gehalten in Australien, vier Plenarvorträge aus Norwegen, Deutschland, China und Brasilien sowie mehr als 100 Einzelvorträge internationaler Teilnehmerinnen und Teilnehmer bilden den Kern der ICTMA20. Dazu kommen zwei Online Social Events zum Kennenlernen von Würzburg im Rahmen einer virtuellen Stadtführung und einer Weinprobe. Kein Wunder, dass Hans-Stefan Siller von einer „Herausforderung“ spricht, wenn es um die Programmerstellung unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Zeitzonen der Beteiligten geht.

    Ein Highlight der Konferenz wird die erstmalige Verleihung des Henry Pollak Awards sein. Er geht an drei herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die durch ihre beeindruckende Forschung – nicht nur im Bereich der mathematischen Modellierung – über Jahrzehnte hinweg den theoretischen und empirischen Diskurs zur mathematischen Bildung vorangebracht und wichtige Arbeiten zur mathematischen Modellierung, unter anderem zum Verständnis der mathematischen Modellierung und zu Modellierungskompetenzen verfasst haben. Ausgezeichnet werden

    • Prof. Dr. Werner Blum, Universität Kassel (Deutschland)
    • Prof. Dr. Peter Galbraith, Universität von Queensland (Australien)
    • Prof. Dr. Mogens Niss, Universität Roskilde (Dänemark)

    Die drei Preisträger werden am Dienstag, 27. September, kurze Live-Einblicke in ihre wissenschaftliche Arbeit geben. Ihre Auszeichnungen erhalten sie im Rahmen der Tagung in einer Feierstunde vor Ort in Würzburg live im neuen Gebäude der Mathematik (Haus 41) auf dem Campus Hubland Nord.

    Realitätsbezüge im Mathematikunterricht

    Ziel der Konferenz ist es, Anwendungen und Modellierung im Mathematikunterricht zu fördern. Genau diese Themen – Mathematisches Modellieren und Simulationen oder, ganz allgemein formuliert: Realitätsbezüge im Mathematikunterricht – stellen ein relevantes Gebiet der mathematikdidaktischen Forschung dar und sind zentrale Forschungsschwerpunkte des Lehrstuhls für Didaktik der Mathematik an der Universität Würzburg.

    „Speziell in Deutschland und in Würzburg wird hierzu viel geforscht, beispielsweise zu Lehrerkompetenzen beim mathematischen Modellieren, zum Technologieeinsatz, zu Simulationen, zum interdisziplinären Einsatz im MINT-Unterricht und zu schulpraktischen Umsetzungen“, erklärt Siller. Dementsprechend sei die ICTMA20 für seinen Lehrstuhl „eine tolle Gelegenheit, einen Beitrag zur länderübergreifenden Vernetzung von Forschungsergebnissen zu leisten und dieses Gebiet international voranzubringen“. Darauf seien alle Beteiligten zu Recht stolz.

    Mehr Informationen: www.ictma20.de

    Kontakt

    Prof. Dr. Hans-Stefan Siller, Lehrstuhl für Didaktik der Mathematik, T: +49 931 31 89867, E-Mail: siller@dmuw.de

    Von Gunnar Bartsch